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Austria - get the feeling

Available in German: Österreich ist ein wunderschönes Land...

Available in German: Österreich ist ein wunderschönes Land. Das behaupten viele. Berge, Seen, Flüssen und Städte gibt es aber fast überall. Wieso ist nun Österreich so besonders? Um diese Frage zu beantworten, werden wir das Land aus einer neuen Perspektive erkunden und dafür alle 5 Sinne verwenden.

HÖREN
In Österreich kann man viel Schönes hören. Unvergesslich ist die klassische Musik seiner Komponisten, die noch heute auf der ganzen Welt gespielt wird. Unverwechselbar sind seine Dialekte, welche die Österreicher mit Stolz sprechen und über Generationen weitergeben. Nostalgisch ist das Hufgetrappel der Pferde mit Kutschen in den historischen Stadtzentren.
Aber versuchen wir jetzt die lebendigen Städte hinter uns zu lassen, und treten wir ein ins Reich der Natur. In Österreich kann man nämlich die einzigartigen Naturgeräusche der höchsten Wasserfälle Europas hören: die Krimmler Wasserfälle im Nationalpark Hohe Tauern. Von einer Gesamtfallhöhe von 380 Meter donnern die Wassermassen über drei Stufen talwärts. Diese Wasserfälle sind nicht nur laut und beeindruckend, sondern auch ein anerkanntes Naturheilmittel bei Allergien und Asthma. Für diesen Zweck wurde ein Aerosol Inhalations-Therapieplatz direkt am Fuße der Krimmler Wasserfälle eingerichtet.
Die gebirgigen Regionen Westösterreichs sind auch das Heimatland des Jodelns. Bereits im 17. Und 18. Jahrhundert hatte man gejodelt, um von Hügel zu Hügel zu kommunizieren. Im 19. Jahrhundert erlebte das Singen von Jodelliedern einen echten Boom und Tiroler Lieder mit Jodelteil wurden populär auf der ganzen Welt. Diese Form von Alpenmusik ist noch heute sehr verbreitet und es bleibt ein außergewöhnliches Erlebnis, während einer Wanderung oder in einem Bergrestaurant, eine singende Jodlergruppe zu treffen. Oft wird das Jodeln bei Volksfesten vom alpenländischen Tanz der Schuhplattler begleitet. Die rhythmischen Schläge auf Schenkel, Waden und Schuhe erzeugen charakteristische Klänge, die oft mit dem Land Tirol assoziiert werden.
Hiermit haben wir einige Möglichkeiten zusammengefasst, wie man Österreich durch das Hören erkennen kann: durch seine Musik, seine Lieder, seine Sprache, seine Vergangenheit und den Klang der Natur. Die weitere Suche nach anderen Heimatklängen bleibt dir überlassen…

RIECHEN
„Gleich darauf führte ich, bedrückt durch den trüben Tag und die Aussicht auf den traurigen folgenden, einen Löffel Tee mit dem aufgeweichten kleinen Stück Madeleine darin an die Lippen. (…) Ein unerhörtes Glücksgefühl, das ganz für sich allein bestand und dessen Grund mir unbekannt blieb, hatte mich durchströmt.“, so Marcel Proust in seinem bekannten Roman „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“. In diesem Fall ruft der Geruch des Gebäcks zusammen mit dem Geschmack des Tees Erinnerungen beim Erzähler hervor. Tatsächlich können Gerüche Erinnerungen wecken, mehr als alle anderen Sinne, weil sie direkt von den Gehirnarealen wahrgenommen werden, die für Erinnerungen und Gefühle zuständig sind. Wenn Proust ein Österreicher gewesen wäre, was hätte bei seinem Protagonist Erinnerungen geweckt? Wahrscheinlich eine Melange mit einer Sachertorte. Tatsächlich ist die Kaffeekultur in Österreich sehr ausgeprägt. 2019 lag Österreich auf Platz 5 unter den Europäischen Ländern für Kaffeekonsum. Laut Österreichischem Kaffeeverband trinkt jeder Österreicher durchschnittlich 1000 Tassen Kaffee bzw. 145 Liter pro Jahr. Kaffee ist damit beliebter als Wasser und Bier. Die Zuneigung zu diesem Heißgetränk liegt in erster Linie am Duft des Kaffees, gefolgt vom Aspekt der Gemütlichkeit (De‘Longhi Kaffeereport 2018). Das erklärt, wieso Kaffeehäuser in Österreich so populär sind. Insgesamt zählen wir in Österreich mehr als 14.000 Kaffeelokale. Insbesondere in Wien hat die Kaffeehauskultur eine lange Tradition. Das erste Wiener Kaffeehaus wurde 1685 in der heutigen Rotenturmstraße eröffnet. Noch bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts waren die Kaffeehäuser nur für Männer zugänglich. Sie entwickelten sich im Laufe der Jahre zu einem Begegnungsort für Literaten, Künstler und später für Politiker und Journalisten. Seit 2011 zählt die Wiener Kaffeehauskultur zum immateriellen Weltkulturerbe der UNESCO. Die Begründung lautet: „Die Kaffeehäuser sind ein Ort, in dem Zeit und Raum konsumiert werden, aber nur der Kaffee auf der Rechnung steht.“ Was den Kaffee im engeren Sinne angeht, werden derzeit in Österreich mehr als 40 verschiedene Kaffeekreationen angeboten. Die Lieblingskaffeespezialitäten der Österreicher bleiben trotzdem der klassische Cappuccino, Espresso und Milchkaffee. Es ist kein Wunder, dass der Kaffee mit seiner Tradition, seiner Vielfältigkeit und insbesondere mit seinem unverwechselbaren Duft als Lieblingsgetränk der Österreicher gekrönt wurde.
Events zum Thema Kaffee: 1.Oktober 2020 Internationaler Tag des Kaffees, 15.-17.01.2021 Vienna Coffee Festival.

SCHMECKEN
Was Touristen in Österreich unbedingt essen wollen, sind hauptsächlich drei Speisen: Wiener Schnitzel, Würstel und Sachertorte. Die österreichische Küche bietet aber viel mehr. Sie ist wortwörtlich eine Symphonie des Geschmacks. Man beginnt mit Suppen in verschiedenen Rezeptvariationen, geht dann weiter über Fleischgerichte mit Noten der Küche der benachbarten Länder und endet mit einer Vielfalt an süßen Mehlspeisen. Seit 2019 wurde die österreichische Mehlspeiskultur zum Weltkulturerbe erklärt und in das Register „Guter Praxisbeispiele zur Erhaltung und Weitergabe des immateriellen Kulturerbes“ aufgenommen. Für die heutige Vielfalt an Mehlspeisen müssen wir auch den kirchlichen Fastenzeiten danken. Früher gab es für Katholiken bis zu 130 Tage im Jahr an denen Fleischkonsum untersagt war. Fisch war damals erlaubt, aber teuer. Im Laufe der Jahre mutierten für Gläubiger einige Säugetiere, Vögel und Biber (aufgrund des Schwanzes) zu Fischen… und sie begannen immer kreativere Mehlspeisen vorzubereiten, die auch als Hauptgang gereicht wurden. So sind Mahlzeiten entstanden, um die uns heute die ganze Welt beneidet.
Im Thema Geschmack glänzt Österreich seit vorigem Jahr mit einem neuen Eintrag in das Guinness-Buch der Rekorde: in Allhamig, Oberösterreich, wurde Mitte April 2019 die Pralinenwelt Wenschitz mit dem höchsten Schokoladenbrunnen der Welt eröffnet. Das 12,3 Meter hohe Kunstwerk mit beheizten Kaskaden und fließender essbarer Schokolade nahm dabei den ersten Platz ein, gefolgt vom Chocolate Fountain des bekannten Hotels Bellagio in Las Vegas.

SEHEN
Die Sehenswürdigkeiten Österreichs sind zahlreich und viele davon vom Massentourismus überflutet. Seit 2017 gibt es zehn UNESCO-Welterbe in Österreich: die historischen Zentren der Städte Wien, Graz und Salzburg, die Schlossanlage und der Park von Schönbrunn, die Kulturlandschaften Hallstatt-Dachstein/Salzkammergut, Wachau und Fertö-Neusiedlersee, die Semmeringbahn, die prähistorische Pfahlbauten um die Alpen, sowie die alten Buchenwälder im Nationalpark Kalkalpen und im Wildnisgebiet Dürrenstein. Österreich bietet aber auch viele Orte, die noch nicht zu den Touristen-Hotspots gehören. Unter diesen ist die Hängebrücke Highline179 in Tirol einen Besuch wert. Diese imposante Stahlbrücke war bis vor kurzem mit ihren 146 Metern im Guinness Buch der Rekorde als „die längste Hängeseilbrücke der Welt für Fußgänger im Tibet Style“. Ein Spaziergang auf Highline179 (vom Namen der unten gelegenen Bundesstraße B179), auf einer Höhe von bis zu 114,6 Meter, bietet Nervenkitzel auch für schwindelfreie Menschen. Die Mutprobe, die Brücke trotz Höhe und Wackeln zu überqueren, wird mit einer atemberaubenden Aussicht belohnt.
Für hitzescheue Menschen empfehlen wir einen Ausflug in die Eisriesenwelt in Werfen, Land Salzburg. Mit einer Eisfläche von 20.000 Quadratmeter und eine Länge von 42 Kilometer ist die Eisriesenwelt die größte Eishöhle der Welt. Hier liegt die Temperatur auch im Sommer meist unter null Grad, ideal wenn man einem heißen Sommertag entgehen will. Die Farben des Eises, die magischen Eisformationen und die beeindruckende Dimension der Eishöhle sind außerdem ein Naturspektakel, dass man sich nicht entgehen lassen sollte.
Ein letzter Tipp, für diejenigen, die das Besondere in Österreich sehen wollen, ist ein Naturjuwel namens „dicke Oachn“. So wird die älteste Eiche Europas von der dortigen Bevölkerung benannt. Der 1000-jährige Baum wächst in der Nähe von Bad Blumau, in der Steiermark. Die Eiche hat die beeindruckende Größe von etwa 30 Meter erreicht, einen Kronendurchmesser von rund 50 Metern und einen Stamm mit einem Umfang von mehr als 8 Meter. Ein Besuch kostet nichts und ist absolut sehenswert. Außerdem kann man auf den Füßen der alten Eiche Kraft tanken und ein bisschen Ruhe finden.

TASTEN
Unsere Reise, um etwas Außergewöhnliches in Österreich mit dem Tastsinn wahrzunehmen, beginnt in der Ortschaft Schröckenin in Voralberg. Von hier erreicht man über einen Wanderweg, nach ca. 45 Minuten, ein zauberhaftes Naturschutzgebiet. Umgeben von Wiesen, Bäumen und Bergen liegt hier auf 1.656 Meter Seehöhe der Körbersee, der 2017 in der ORF-Show „9 Plätze, 9 Schätze“ zum schönsten Platz Österreichs gewählt wurde. Dieser See ist aber nicht nur schön, sondern auch kalt: sogar an heißen Sommertagen bleibt die Wassertemperatur bei ca. 14 Grad. Ein Bad im Körbersee ist nun die perfekte Gelegenheit, um den Tastsinn zu erwecken.
Weiter geht unsere Reise auf der Suche nach Tasterfahrungen Richtung Kärnten. Bei der romantischen Kulisse der Tscheppaschlucht in Ferlach befindet sich ein 300 Meter langer Barfußparcours mit einem Wasserabschnitt. Ein Spaziergang durch den Barfußweg ist ein reizvolles Tasterlebnis, löst eine natürliche Fußmassage aus und wirkt regenerierend.
Der positive Effekt der Natur auf dem Körper ist eine alte Weisheit. Eine 2019 veröffentliche Studie der Universität Michigan (USA) hat wissenschaftlich bewiesen, dass bereits nach 20 Minuten in der Natur das Hormon Cortisol sinkt. Dieses Stresshormon kann auf Dauer Krankheiten wie Depressionen, Übergewicht, Schlafstörungen, sowie Herz-Kreislauf-Probleme verursachen. Der Nationalpark Kalkalpen mit seinen alten Buchenwäldern und Buchen-Urwäldern ist in diesem Sinne das ideale Terrain für Naturliebhaber, die mit einem Waldbad den Stress reduzieren möchten und gleichzeitig mit den Tastsinnen eine Verbindung zur Natur suchen. Die Bezeichnung „Waldbaden“ kommt vom japanischen „Shinrin-yoku“ (Baden in der Waldluft). Seit den 1980er wird in Japan diese Therapiemethode praktiziert, um den Stress durch die Kraft der Natur zu reduzieren. Nach den USA ist der neue Trend Waldbaden auch nach Europa gekommen. Geführte Touren werden in Österreich unter anderem im Wienerwald, im Waldviertel, im Naturpark Zirbitzkogel-Grebenzen und am Lechweg in Lech Zürs angeboten. Wichtig beim Waldbaden ist, die innere Ruhe zu finden und die Natur mit allen Sinnen wahrzunehmen. Es geht nicht unbedingt darum die Bäume zu umarmen, aber wenn jemand darauf Lust hat, darf man das auch tun…

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